Weihnachtsgruß

Zum Weihnachtsfest grüßt der Vereinsvorstand alle Besucher dieser Seite und wünscht ihnen Glück, vor allem Gesundheit und für das Neue Jahr alles Gute.
An unsere Vereinsmitglieder, die Spender, Stifter und Glockenpaten haben wir gestern einen Brief geschickt, in dem wir für die überwältigende Unterstützung danken und einen Ausblick auf die kommenden Aufgaben geben.
Hier können Sie den Brief im Wortlaut lesen.
Unser Vorhaben, dem Magdeburger Dom, der ältesten, gotischen Kaiser-Kathedrale Deutschlands, ein adäquates Geläut zu geben, lebt auch und vor allem von dem umfassenden bürgerschaftlichen Engagement, das auch durch die vielen kleinen und großen Spenden sichtbar wird. . Der Dom als Bauwerk wurde vor 500 Jahren fertiggestellt. Solange soll es nicht dauern, bis die 12 Glocken des Domes die Menschen mit ihrem Geläut erfreuen und die Gläubigen zu Gebet und Gottesdienst rufen. Sie alle sind aufgerufen, uns dabei zu unterstützen, als Vereinsmitglied oder durch Ihre Spende!

Der Dom im Advent 2020

Ein Interview zum Jahresausklang

Am Montag, dem 30. November führte die Journalistin Kathrin Singer mit dem Vorstandsvorsitzenden Andreas Schumann ein Interview. Mit dabei waren auch die Vorstandsmitglieder Martin Groß (stellv. Vorsitzender), Johannes Sattler (Schriftführer) und Rainer Kuhn (Beisitzer). In dem Interview, das an der reparierten DOMINICA begann und die Teilnehmer über deren historischen Glockenstuhl bis zum Glockenstuhl von OSANNA und APOSTOLICA führte, ging es um die Arbeit des Vereins im abgelaufenen Jahr und Ausblicke auf die zukünftigen Aufgaben. Das Interview erscheint in der Wochenendbeilage der „Volksstimme“ vor dem 3. Advent und kann im Wortlaut hier nachgelesen werden. Insbesondere verwiesen die Vorstandsmitglieder auf das hohe bürgerschaftliche Engagement und die Spendenbereitschaft der Magdeburger. So hat der Verein nach knapp drei Jahren seines Bestehens schon fast 150 Mitglieder. Eine Mitgliederzahl von 200 wird perspektivisch angestrebt. Da der Mitgliedsbeitrag nur 1 € pro Monat beträgt, sollte die Mitarbeit bei der Erneuerung und Erweiterung des Domgeläutes auch für den „kleinen Geldbeutel“ machbar sein.

 

An der reparierten ‚Dominica‘: v.l.n.r. Andreas Schumann, Rainer Kuhn, Martin Groß, Johannes Sattler; Foto Kathrin Singer

Barbara Ackermann in „ihrem“ Dom

Wieder kam mit vereinten Kräften ein besonderes Ereignis mit unserer Hauptstifterin, Frau Barbara Ackermann aus Göttingen zustande. Frau Ackermann hatte sich so sehr gewünscht, in Ihrem 98-sten Lebensjahr (!) noch einmal in ihrer Geburtsstadt „ihren“ geliebten Magdeburger Dom besuchen zu können, in dem sie einst Domchorsängerin war. Ihr „Finanzminister“ und Freund Kay-Uwe Schütz und dessen Ehefrau Maria haben dieses nicht ganz unproblematische Unterfangen in die Hand genommen und die Fahrt mit einem für Rollstuhlfahrer geeigneten Kleinbus organisiert. In diesem Fahrzeug konnte Frau Ackermann von Göttingen nach Magdeburg gefahren werden. Dabei war in Corona-Zeiten fast keiner bereit, eine solche Fahrt zu wagen. Es fand sich aber, offensichtlich mit Gottes Hilfe, eine Firma, die dankenswerter Weise diese besondere Fahrt mit realisierte.
Pünktlich um 11:45 Uhr konnte Frau Ackermann von gleich drei Mitgliedern des Domglocken-Vereinsvorstandes – Johannes Sattler, Rainer Kuhn und Martin Groß – im Dom begrüßt werden. Der Schriftführer, Herr Sattler, überbrachte die herzlichsten Grüße des Vereinsvorsitzenden Andreas Schumann, der sehr bedauerte, an diesem Mittwoch nicht zugegen sein zu können. Der ‚Volksstimme‘-Redakteur, Herr Ivar Lüthe, machte für seinen Presseartikel ein Gruppenfoto vor der bereits restaurierten Sonntagsglocke DOMINICA im Nordseitenschiff des Domes. Dann nahm Frau Ackermann und alle anderen Anwesenden am täglich um 12.00 Uhr im Dom stattfindenden Mittagsgebet teil. Der Liturg, Herr Klose, hieß Frau Ackermann eigens als Vertreter der Domgemeinde willkommen. Ihr besonderes finanzielles Engagement für die zwei Orgelneubauten, das „Goldene Band“, die Nordturmstufen oder die Restaurierung des Lettners sei auch fester Bestandteil der Wahrnehmung in der Domgemeinde.
Der Verein lud danach zum Mittagessen in das in Domnähe gelegene Restaurant ‚Bralo-House‘ ein.

Nach einer guten Stunde Entspannung ging es wieder zurück in den Dom, um noch etwas Besonderes zu genießen. Domkantor und Domorganist Barry Jordan hatte es sich nicht nehmen lassen, für die Großstifterin – auch der beiden Orgelprojekte – eigens ein 20-minütiges Orgelkonzert auf der großen Hauptorgel zu spielen. Dafür hatte er eine der sechs großen Orgelsonaten Mendelsohn-Bartholdys ausgewählt, mit der er die besondere romantische Klangpracht der großen Domorgel so recht ins Licht rücken konnte. Frau Ackermann bestand nach dem Konzert darauf, dass der „Goldene Hahn“, eine Replik des Goldenen Hahns der alten Compenius-Orgel von 1615 aus seinem „Käfig“ im Prospekt der neuen Hauptorgel des Domes heraus kommen durfte. Auch ein Foto des Domorganisten mit Frau Ackermann wurde für die Historie aufgenommen.

Nun folgte auf Wunsch der Stifterin noch ein Dom-Rundgang, bei dem sie unbedingt den ‚Dornauszieher‘ unter der Spitze des Bischofsstabes Erzbischofs Friedrich von Wettin auf dessen Bronzegrabplatte sehen und fühlen wollte, wie auch noch „das  Jesuskind im Waschzuber“ in der Krippenszene an einer der Chorgestühl-Wangen.  Herr Groß deklamierte am Kaiser-Otto-Grab dessen Grabinschrift, die ein lateinisches Gedicht im leoninischen Hexameter in Form eines Distichons ist:

„TRES  LUCTUS CAUSAE, SUNT SUB MARMORE CLAUSAE + REX DECUS  ECCLESIAE, SUMMUS HONOR PATRIAE“
„Drei Gründe sind es, die unter diesem Marmor eingeschlossen sind – Der König, die Zierde der Kirche und die gesamte Ehre des Vaterlandes“

An dieses konnte sich Frau Ackermann noch gut erinnern, auch wenn es nicht mehr ganz im Gedächtnis war. Sie gab Herrn Groß den Auftrag, ihr diese Grabinschrift noch schriftlich zuzusenden. Nach einem überaus erfüllten Tag in „ihrem“ Magdeburger Dom kehrte Frau Ackermann wohlbehalten und pünktlich zum Abendbrot in ihre Göttinger Seniorenresidenz zurück.

Gottesdienstkollekte für die Domglocken

Im heutigen Abendmahlsgottesdienst (Landesbischof Kramer) war die Kollekte für die Sanierung des Domgeläutes bestimmt. In den Abkündigungen wurde der Gemeinde das Anliegen nochmals erläutert und in den Gesamtzusammenhang mit den anderen großen Sanierungsprojekten im Dom gestellt (hier der Wortlaut). Der Verein hatte seinen Stand bei der DOMINICA aufgebaut und die beiden Vereinsvorsitzenden warben eifrig für Spenden und neue Mitglieder. Drei neue Vereinsmitglieder konnten wir nach dieser Aktion begrüßen.

Andreas Schumann und Martin Groß erläutern interessierten Besuchern unser Projekt und werben um Spender und Vereinsmitglieder

Orgelpunkt mit OSANNA (Susanne)

Der letzte „Orgelpunkt“ des Jahres im Dom hatte das Thema ‚Glocken‘ im Programm. Deshalb war eine Patenschaft über die Veranstaltung durch unseren Verein nur folgerichtig. Es war ein Vereinsstand aufgebaut worden und im Vorfeld wurden ein Werbebrief  und unsere Vereinsflyer ausgelegt. Alle Plätze im Dom waren besetzt und das Publikum lauschte der Darbietung von Matthias Roth. Ein besonderes „Schmankerl“ gegen Ende des Programms war eine Orgelimprovisation in der die OSANNA klangvoll mitwirkte. Langanhaltender Applaus belohnte Künstler und Organisatoren und auch der Verein war wieder weiter in das Licht einer breiteren Öffentlichkeit gerückt worden.

20200920 Orgelpunkt im Dom zu Magdeburg

Blick Richtung Osten auf den gut gefüllten Dom

Vorstandsmitglied Martin Groß (Mitte, von hinten) gibt Erläuterungen zu unserem Verein, Auch Domprediger Uhle-Wettler war interessiert

Messarbeiten an den historischen Glocken

Am 15. und 16. Juli fanden die schon länger geplanten Messarbeiten an den Glocken im Nordturm und im Nordseitenschiff des Domes statt. Wegen der Corona-Krise war der Termin seit dem Frühjahr des Öfteren verschoben worden. Herr Sussmann von der Firma „sußmann & sußmann architekten und ingenieure“, die die Bauarbeiten am Dom koordiniert und betreut, hatte einen Termin mit Dr. Plitzner von der Kemptener Fa. „Pro Bell“ in der Glockenstube des Nordturmes vereinbart, um den Vereinsvorstand an diesen, für die Erweiterung des Domgeläutes wichtigen Arbeiten teilhaben zu lassen.

Herr Dr. Plitzer erläuterte die von der Firma ausgeführten Arbeiten. Die Messungen erfolgten an allen drei großen historischen Glocken, OSANNA, APOSTOLICA und DOMINICA. Anhand einer Messung an der ‚Susanne‘ wurde das Messverfahren mit Sensoren auf der Glockenschulter und dem Klöppelballen an der schwingenden Glocke vorgeführt. Mit dem Verfahren lassen sich die materiellen und musikalischen Schwingungszustände der jeweiligen Glocke genau ermitteln und insbesondere kann die Materialbelastung beim Läuten einer Glocke ermittelt werden, um evtl. Überbeanspruchungen grundsätzlich erkennen und ausschließen zu können.

Ermittelte Messergebnisse wurden vor Ort vorgestellt. Die bisherigen Messungen ergaben keine Hinweise auf schwingungstechnische Probleme an den Glocken. Es wurde darauf hingewiesen, dass die durchgeführten Messungen vor allem auch entscheidend seien, für die richtige glockenspezifische
Gestaltung der optimalen Klöppelformen. Darüber entspann sich eine längere Diskussion, die für den Vorstand allerdings im Gesamtprojekt nur eine nachgeordnete Rolle spielt.

Herr Dr. Plitzner wies darauf hin, dass ein industriell gefertigter Klöppel genauso gut sein könne, wie ein handgeschmiedeter Klöppel. Herr Melzer stellte vor diesem Hintergrund als Schatzmeister die berechtigte Frage, ob nicht durchaus ein industriell gefertigter Klöppel (der preisgünstiger sein soll) für das Projekt verwendet werden könne. Der Glockenbeauftragte, Herr Schulz, ist jedoch dezidiert dagegen, da für die im historischen Lehmguss-Verfahren gefertigten Glocken ein industriell gefertigter und möglicherweise auf der Drehbank kalibrierter Klöppel, keinesfalls passen würde.

Die detaillierten Ausarbeitungen zu den Messergebnissen werden dem Verein nach den Sommerferien zugestellt. Der Vororttermin in der Glockenstube des Nordturms war für alle Beteiligten beeindruckend und sehr informativ.