Die CREDAMUS ist ausgepackt

Die CREDAMUS ist ausgepackt

In dieser Woche konnten einige unserer Vorstandsmitglieder in Innsbruck dem feierlichen Moment beiwohnen, indem unsere CREDAMUS Glocke ausgepackt wurde.

Wir freuen uns jetzt schon sehr, wenn uns die Glocke bald im Magdeburger Dom erreicht, aber zunächst wird noch ihr Klang bei der Firma Grassmayr getestet .

Im Frühjahr/Frühsommer wird sie bei uns dann im Dom stehen und sichtbar werden.

In diesem Jahr ist es dann soweit und alle neuen Glocken sind im Magdeburger Dom angekommen!

Fotos: Claudia Hartung

Guss der CREDAMUS

Guss der CREDAMUS

Heute sollte es nun so weit sein: Die CREDAMUS wird gegossen.
Um rechtzeitig vor Ort zu sein, machten sich 27 Magdeburger Spender und Vereinsmitglieder schon am 27.11. per Bus auf den Weg; mehr als 40 würden aus ganz Deutschland noch am Freitag individuell anreisen. Organisiert wurde der Besuch durch unseren Schriftführer Johannes Sattler, der den Aufenthalt mit Übernachtung, Besuch im Glockenmuseum, Guss, Mittagessen und Gesprächen für alle durchgeplant hatte. So wurde es für alle ein unvergessliches Erlebnis (hier der Erlebnisbericht von Familie Pfeiffer aus Magdeburg). Vor 10 Uhr trafen alle im Museum ein, wo jeder Teilnehmer am Guss ein Info-Paket bekam. Dann wurden wir in 3 Gruppen von der Familie Grassmayr durch das Glockenmuseum geführt und bekamen interessante Einblicke in Historie und Gegenwart der Gießerei. Gegen 11 Uhr wurde es „ernst“. Alle versammelten sich in der Gießerwerkstatt, wo schon eine Gusspfanne mit 11 Tonnen flüssiger Bronze gefüllt wartete und weitere 6 Tonnen im Ofen geschmolzen wurden. Die Gießer hatten die Nacht durch gearbeitet, um alles vorzubereiten. Vor dem Guss wurde durch den Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Friedrich Kramer, ein Segen gesprochen, alle beteten das Vaterunser und dann bat der Gießermeister Peter Grassmayer um absolute Ruhe, damit die Gusskommandos von allen aktiv beteiligten auch verstanden würden. Die Gusspfanne wurde per Kran in Position gebracht, der Ofen angestochen und in zwei Strömen ergoss sich die 1.100 Grad Celsius heiße Bronze in die Form. Das Ganze dauerte nur etwa 8 Minuten, dann war die Form gefüllt. Es war Punkt 12 Uhr und die Glocken Innsbrucks läuteten zu Mittag, als wollten sie die neugeborene große Schwester begrüßen. Das war dann doch ein besonders emotionaler Moment. Mit einem gemeinsamen Lied und einem Dankgebet wurde der Guss abgeschlossen. Dann ging es zum Mittagessen in das Restaurant „Riese Haymon“. Danach konnte man sich bei einem „Guss-Schnapserl“ für alle im Museum schon über das Erlebte austauschen. Jetzt ruht die CREDAMUS in der Grube bis sie im kommenden Jahr „ausgepakt“ wird.

Martin Groß und Johannes Sattler vom Vereinsvorstand „begutachten“ in Innsbruck die Form der CREDAMUS (ein Reisebericht)

Martin Groß und Johannes Sattler vom Vereinsvorstand „begutachten“ in Innsbruck die Form der CREDAMUS (ein Reisebericht)

Nach einer fast 9-stündigen Fahrt durch Staus und Regen am Sonntag, dem 09.11.2025 erreichten wir am späten Abend die Tiroler Landeshauptstadt. Nach einigen Problemen beim Einchecken in unser Hotel (direkt beim „Goldenen Dachl“ in der Innsbrucker Altstadt), konnten wir noch die Hofburg und den Dom erkunden, bevor wir nach diesem anstrengen Tag ins Bett fielen. Am nächsten Morgen ging es gegen 9 Uhr in die Leopoldstraße zur Glockengießerei Grassmayr. Co-Firmenchef Johannes Grassmayr empfing uns sehr freundlich und zeigte uns Museum und Gießerei. Dort war der Glockenmantel der CREDAMUS aus der Grube gehoben worden und konnte von uns „inspiziert“ werden. Dazu mussten wir darunter kriechen, aber dann zeigte sich die ganze Pracht der Glockenzier im Negativ. Besonders beeindruckend für uns waren die Reliefs der neun, aus dem Magdeburger Stadtbild verschwundenen Kirchen, aber auch das über 9 Meter lange Reliefband am unteren Glockenrand oder die Darstellung des Jesus mit Brot und Kelch mit unzähligen „Jüngern“ hatten Gert Weber und die Bildhauerinnen der Glockengießerei in wunderbare Bilder „geformt“. Mitarbeiter der Firma waren noch dabei, die letzten Wachsreste aus den Vertiefungen der Zier mit Hilfe eines Gasbrenners auszubrennen, damit sie den Guss nicht stören. In der Gussgrube wurde derweil der von der „Falschen Glocke“ befreite Kern für die Aufnahme des Mantels vorbereitet. Herr Grassmayr lud uns zum Mittagessen ins Restaurant „Riese Haymon“ ein, das gleich gegenüber der Gießerei gelegen ist. Wir konnten für die Teilnehmer am Guss (28.11.2025) schon Plätze vorreservieren. Dann hieß es auch schon Abschied nehmen und die Rückfahrt bei schönstem Sonnenschein (und ohne Staus) anzutreten.

Der Vertrag zur CREDAMUS ist unterzeichnet!

Der Vertrag zur CREDAMUS ist unterzeichnet!

Der Vertrag zum Guss der letzten zweitgrößten Glocke Deutschlands, der CREDAMUS, ist unterzeichnet!

Am Mittwoch konnten wir mit der Firma Grassmayr den Guss der letzten Glocke des neuen Magdeburger Domgeläutes besiegeln, sodass der Guss noch in diesem Jahr erfolgen kann.

Unter Anwesenheit von Johannes Grassmayr, Mitinhaber der Firma Grassmayr aus Innsbruck/Österreich und der Kulturstiftung des Landes Sachsen-Anhalt, vertreten durch Frau Kerstin Steller und Herrn Claus Rokahr, wurden die nächsten Schritte beim Guss der 14 t Glocke vorgestellt.

Die neue CREDAMUS wird die im Jahr 1468 durch Meister Heinrich aus Danzig gegossene 200-Zentner-Glocke (10 Tonnen) ersetzen, die in der Magdeburger Schöppenchronik als „Maxima“ genannt ist. Diese Glocke stürzte Mitte des 16. Jahrhunderts ab und verwüstete den Südwest-Turm des Domes, der seitdem keine Glocken mehr getragen hat.

Wir freuen uns auf diesen wunderbaren Jahresabschluss mit dem letzten Meilenstein bei den Glockengüssen!

Der 2. Magdeburger Domglockentag, ein Rückblick

Der 2. Magdeburger Domglockentag, ein Rückblick

Nun ist er Geschichte, der 2. Domglockentag, den unser Verein ausgerichtet hat. Und wir sind froh, dass wieder viele Gäste die Angebote wahrgenommen haben, die durch die Akteure angeboten wurden.

Eröffnet wurde der Tag in bewährter Weise durch die Magdeburger Dombläser, die unseren Verein dankenswerterweise von Anbeginn an immer unterstützt haben. Das Konzert im Dom wurde mit viel Applaus bedacht.

Dann ertönte vor dem Nordportal ein mobiles Carillon und lud mit seinen über den Domplatz schallenden Glockentönen die Passanten ein, in den Dom zu kommen.

Dort wurden sie von Christa Dieckmann und Rainer Kuhn empfangen, konnten das Tagesprogramm mitnehmen und schon erste Mitbringsel kaufen.

Jetzt ging es zu den Glocken, unseren „Hauptakteuren“. Hier demonstrierte Christoph Schulz, wie eine Glockenprüfung abläuft. Viele Interessenten hatten sich eingefunden und verfolgten das Ganze.

In der Großen Sakristei wurde der Film vom Guss und der Präsentation der AMEMUS gezeigt. Obwohl das Ereignis schon über zwei Jahre zurückliegt und der Film auf unserer Website veröffentlicht ist, fanden sich doch interessierte Zuschauer ein.

Weiter ging es in Kreuzgang und Domgarten. Dort gab es etliche Angebote, die man entweder passiv genießen oder an denen man aktiv mittun konnte. Gleich am Eingang zum Dom war eine kleine Ausstellung aufgebaut. Dort wurde anhand eines Modells der Glockenstühle des Nordturms, in denen momentan noch OSANNA und APOSTOLICA läuten, gezeigt, wie eventuell dort sieben Glocken hängen könnten. Auch diese Variante wird, neben anderen, noch durch ein Expertengremium geprüft. Ein historischer Instrumentenkasten eines Glockenprüfers und einige originale Gipsmodel der Glockenzier von Gert Weber ergänzten die Ausstellung.

Die maßstäblichen Glocken für das Modell wurden von Anna Frommhagen gedruckt, die mit Ihrem 3-D-Drucker auch vor Ort war und, gemeinsam mit ihrem Vater Bernd, diese Technik erläuterte und demonstrierte.

Weitere Mitmach-Angebote im Kreuzgang waren Kalligrafie mit Iman Shabaan und Siebdruck von Postkarten mit Max Kupfer.

Im sonnigen Domgarten wurde an einem Glocken-Bild gemalt und ein Stück des „Papier-Theaters“ geprobt.

Ganz wichtig bei einem Event, das den ganzen Tag dauert, sind Speisen und Getränke. Familie Pfeiffer hatte die Versorgung, wie schon im letzten Jahr, übernommen und das Angebot von Bratwurst (auch vegan), Kaffee und Kuchen, Bier, Wasser, Cola etc. wurde gut angenommen, auch wenn es in diesem Jahr nicht so heiß war wie 2024.

Stark nachgefragt waren auch die angebotenen Führungen. Alexander Chartschenko mit seinen Turm- und Glockenführungen und Rainer Kuhn mit den archäologischen Domführungen waren immer „ausgebucht“.

Auch das Spielen von Melodien durch Anschlagen der neuen Glocken mit Andreas Schumann fand viele Interessenten.

Zum Gelingen dieses 2. Domglockentages trug insbesondere das Abschluss-Konzert der Soul-Band des Landespolizeiorchesters Sachsen-Anhalt unter der Leitung von Polizeihauptmeister Jens Otto bei. Leider musste es aufgrund von beginnendem Schauerwetter vom Domgarten in den Remter verlegt werden, aber nichtsdestotrotz spendeten die Zuhörer anhaltenden Beifall.

Der Domglockentag für das kommende Jahr ist schon in Planung. Er soll am 13. Juni stattfinden. Wenn bis zum Juli 2025 die Finanzierung des CREDAMUS-Gusses gesichert ist (es fehlen „nur“ 60.000 Euro der 380.000 Euro reiner Gusskosten) kann die Glocke vielleicht bis zu diesem Termin präsentiert werden. Der Verein hofft auf weitere Spenden!
Die auf der Rückseite der Glocke dargestellten 9 „verlorenen“ Kirchen Magdeburgs sollten ein guter Spendengrund sein, werden sie doch für zukünftige Generationen über Jahrhunderte bewahrt!

Fotos: Claudia Hartung

Brief zum Jahresende

Liebe Freunde und Förderer unseres Verein und seines Projektes.

Es ist schon eine gute Tradition, den Ablauf des vergangenen Jahres, Erfolge und eventuelle Rückschläge in einem Brief zusammenzufassen und per E-Mail und Briefpost zu verschicken. Er erreicht so über 500 Adressaten, aber damit er noch breitenwirksamer wird, soll er auch hier veröffentlicht werden.