Ein Rückblick auf den 3. Magdeburger Domglockentag am 13. Juni

Ein Rückblick auf den 3. Magdeburger Domglockentag am 13. Juni

Wir schauen zurück auf einen herrlichen Domglockenaktionstag mit vielen tollen Momenten am 13. Juni!
Ab dem frühen Morgen kamen gleich sehr viele interessierte Gäste in den Dom geströmt, um mit uns als Verein gemeinsam die CREDAMUS zu begrüßen und den Tag mit vielseitigen Aktionen zu verbringen.

Wir möchten uns noch einmal ganz herzlich bedanken bei Alexander Chartschenko und Thorsten Kessler für die Domglockenführungen beim Handglockenchor Gera und den Magdeburger Dombläsern für die schönen Konzerte, bei Célia von 7MeilenWorte, die uns spannende Geschichten und Legenden um den Dom erzählte, bei Ammar Assali bei dem alle Gäste ihr eigenes gezeichnetes Glockenportrait mitnehmen konnten, bei Janette Zieger für die Domglocken-Glaskunstwerke, bei Theresa von Nix Neues für die kreativen Domglocken Stickkarten, bei Claudia Hartung für die spannende archäologische Führung, für den 3-D-Domglockendruck bei Familie Frommhagen und für die kulinarische Versorgung bei Familie Pfeiffer sowie Barbara Psoch für die Blumendekoration an der CREDAMUS und allen Vereinsmitgliedern die uns mit viel Kraft beim Auf- und Abbau sowie beim Anschlagen der Glocke unterstützt haben.

Fotos sprechen mehr als Worte, hier die schönen Rück- und Einblicke von Claudia Hartung.

Wir freuen uns auf alle weitere Unterstützung in der Zukunft und den weiteren Weg mit den Glocken!

Schwertransport und erster Klang

Schwertransport und erster Klang

CREDAMUS in Magdeburg angekommen …

Mit der Anlieferung und Aufstellung der CREDAMUS am 19. Mai sowie der feierlichen Präsentation und Enthüllung am Pfingstsonntag durfte unser Domglockenprojekt innerhalb weniger Tage zwei bewegende Höhepunkte erleben. Für unseren Verein, für alle Förderinnen und Förderer und für viele mit dem Dom verbundene Menschen sind diese Tage ein sichtbares Zeichen dafür, dass ein lange gehegter Wunsch Schritt für Schritt Wirklichkeit wird: die Vollendung des neuen Geläutes des Magdeburger Doms.
Am 19. Mai traf die rund 15 Tonnen schwere CREDAMUS per Spezialtransport aus Innsbruck in Magdeburg ein. Mit großer Sorgfalt wurde sie anschließend mithilfe eines Schwerlastkrans über das Dompfarrhaus hinweg in den Domgarten gehoben und dort aufgestellt. Viele Interessierte, Familien, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Freundinnen und Freunde des Domglockenprojekts verfolgten diesen besonderen Moment mit großer Aufmerksamkeit. An das Publikum wurden über 400 Handzettel verteilt. Schon bei ihrer Ankunft wurde deutlich, welche beeindruckende Dimension diese Glocke hat: Mit ihrem Gewicht und ihrem Schlagton d0 ist die CREDAMUS die zweitschwerste Glocke Deutschlands und zugleich die größte Bronzeglocke in einer evangelischen Kathedrale weltweit. Aber: Noch war die Glocke in ihrer Transportverpackung nur umrissartig zu sehen.

Fotos: Carsten Sußmann

… und dann feierlich enthüllt

Am Pfingstsonntag war dann der große Augenblick gekommen, auf den der Verein und alle Unterstützerinnen und Unterstützer nun schon 8 Jahre hingearbeitet und hin gefiebert haben. Mit der Präsentation und Enthüllung (hier Programm und Handzettel) wurde die CREDAMUS nun erstmals öffentlich in ihrer ganzen Gestalt sichtbar und mit ihrem tiefen d0-Klang für alle hörbar. Dieser festliche Augenblick hat vielen Anwesenden eindrucksvoll vor Augen geführt, dass diese Glocke weit mehr ist als ein meisterhaftes Gusswerk. Sie steht für Glauben, Erinnerung und Hoffnung. Ihr Name „Credamus“ – „…lasst uns glauben“ – bringt zum Ausdruck, was auch unser Verein mit diesem Projekt verbindet: das Vertrauen darauf, dass Bewahrung, Erneuerung und gemeinsames Engagement Zukunft stiften können. Die feierliche Enthüllung machte die CREDAMUS damit nicht nur als Glocke, sondern auch als geistliches und kulturelles Zeichen erfahrbar. Diese Gedanken spiegelten sich auch in den Festreden des Ministerpräsidenten, der Oberbürgermeisterin, des Landesbischofs und des Gemeindekirchenrates wider.
Auch die künstlerische Gestaltung der Glocke unterstreicht diesen Anspruch. Der Schmuck stammt wie bei den anderen Glocken von Gert Weber, der in seinem Grußwort herausstellte, was diese Arbeit für ihn und seine mitgestaltende Ehefrau Edda bedeutet, nämlich nichts Geringeres als die künstlerische Krönung seines Lebenswerkes.
Besonders beeindruckend für den Betrachter: die Darstellung der durch Gewaltherrschaft und Krieg zweier Diktaturen verlorenen Magdeburger Kirchen auf der Rückseite.
Die Redebeiträge und die Enthüllung durch Landesbischof und Ministerpräsidenten wurde musikalisch eingeleitet und umrahmt durch einen großen Posaunenchor, der mit einer eigens komponierten Fanfare, begleitet von Klöppelschlägen der CREDAMUS, den „gemütlichen“ Teil des Nachmittags einleitete. Bei einem Glas Sekt und etwas Knabberei konnten sich die Besucher über das Erlebte austauschen und auch selbst die Glocke zum Klingen bringen.
Die CREDAMUS bildet das Herzstück des neuen zwölfstimmigen Geläutes des Magdeburger Doms. Bis sie gemeinsam mit den weiteren Glocken im Turm erklingen kann, sind noch umfangreiche bauliche Arbeiten erforderlich. Schon jetzt aber darf der Verein mit Dankbarkeit auf das Erreichte blicken. Unser herzlicher Dank gilt allen, die dieses Projekt ideell, organisatorisch und finanziell begleiten und möglich machen.
Mit Anlieferung, Aufstellung und Enthüllung der CREDAMUS sind nun alle 12 Glocken im Dom präsent und markieren einen historischen Markstein auf dem Weg zum vollständigen Geläute.
Dafür wirbt der Verein weiterhin für Ihre Unterstützung, um Klöppel, Joche und Läutemaschinen zu beschaffen, damit die Glocken in den Türmen auch geläutet werden können und klingen!

Jetzt möchten wir noch zu unserem 3. Domglockentag am 13.06.2026 einladen.

Ab 11:00 Uhr finden Dom- und Glockenführungen statt, es gibt viel zu sehen und zu hören und zahlreiche Mitmachaktionen für Kinder bis 99 Jahre sind geplant; für Speis und Trank ist gesorgt.
Nehmen Sie sich eine Aus-Zeit und kommen Sie vorbei, die CREDAMUS, ihre Schwestern und die Mitglieder des Domglockenvereins warten auf Sie!

Fotos: Claudia Hartung

Glockenprüfung

Glockenprüfung

Am 5. Mai 2026 wurde die CREDAMUS in der Glockengießerei Grassmayr in Innsbruck durch die Glockensachverständigen Christoph Schulz (EKM) und Andreas Philipp (Hannoversche Landeskirche) „auf Herz und Nieren“ geprüft. Martin Groß, Rainer Kuhn und Johannes Sattler vom Vereinsvorstand konnten dabei sein. Medial verfolgt wurde es durch ein Filmteam von Prof. Gerhard Lampe (Halle/Saale) und Fernsehteams von arte und vom MDR (Vorschau: MDR um 4 • Neues von hier & Leichter leben). Auch Prof. Rüdiger Pfeiffer-Rupp vom Deutschen Glockenmuseum in Gescher war anwesend, um erste Klangeindrücke zu sammeln. Die Sachverständigen nahmen zuerst alle mechanischen Maße der Glocke wie Durchmesser, Höhe ohne Krone und Schräge Höhe in Ihre Prüftabellen auf bevor es an die spannende Klangprüfung ging. Alle sieben Teiltöne der Glocke wurden aufgenommen und die Glocke insgesamt für gut und gelungen bewertet. Dann wurde sie zum Abschluss der Prüfung gewogen und da trat ein überraschendes Resultat zutage: Die CREDAMUS brachte ein Gewicht von über 15 Tonnen auf die Waage und ist damit die größte und schwerste Glocke in einer evangelischen Kathedrale weltweit und die zweitschwerste, nach dem „Dicken Pitter“ vom Kölner Dom, in Deutschland. Die Glocke ist jetzt versandbereit und wird durch die Gießerei auf die Reise nach Magdeburg geschickt.
Die CREDAMUS soll am 19. Mai in Magdeburg ankommen und ihren Interimsstandort im Domgarten finden, bis sie nach Fertigstellung der Türme in den Südturm gehängt wird.
Der Öffentlichkeit wird die Glocke am Pfingstsonntag, dem 24. Mai 2026 um 14:30 Uhr präsentiert.
Wer an diesem Tag verhindert ist, hat die Gelegenheit die CREDAMUS am Samstag, dem 13. Juni 2026, unserem 3. Domglockentag, in der Zeit von 10 bis 16 Uhr im Domgarten ausgiebig zu besichtigen und das Programm des Tages zu genießen.

Fotos: Johannes Sattler

Die CREDAMUS ist ausgepackt

Die CREDAMUS ist ausgepackt

In dieser Woche konnten einige unserer Vorstandsmitglieder in Innsbruck dem feierlichen Moment beiwohnen, indem unsere CREDAMUS Glocke ausgepackt wurde.

Wir freuen uns jetzt schon sehr, wenn uns die Glocke bald im Magdeburger Dom erreicht, aber zunächst wird noch ihr Klang bei der Firma Grassmayr getestet .

Im Frühjahr/Frühsommer wird sie bei uns dann im Dom stehen und sichtbar werden.

In diesem Jahr ist es dann soweit und alle neuen Glocken sind im Magdeburger Dom angekommen!

Fotos: Claudia Hartung

Guss der CREDAMUS

Guss der CREDAMUS

Heute sollte es nun so weit sein: Die CREDAMUS wird gegossen.
Um rechtzeitig vor Ort zu sein, machten sich 27 Magdeburger Spender und Vereinsmitglieder schon am 27.11. per Bus auf den Weg; mehr als 40 würden aus ganz Deutschland noch am Freitag individuell anreisen. Organisiert wurde der Besuch durch unseren Schriftführer Johannes Sattler, der den Aufenthalt mit Übernachtung, Besuch im Glockenmuseum, Guss, Mittagessen und Gesprächen für alle durchgeplant hatte. So wurde es für alle ein unvergessliches Erlebnis (hier der Erlebnisbericht von Familie Pfeiffer aus Magdeburg). Vor 10 Uhr trafen alle im Museum ein, wo jeder Teilnehmer am Guss ein Info-Paket bekam. Dann wurden wir in 3 Gruppen von der Familie Grassmayr durch das Glockenmuseum geführt und bekamen interessante Einblicke in Historie und Gegenwart der Gießerei. Gegen 11 Uhr wurde es „ernst“. Alle versammelten sich in der Gießerwerkstatt, wo schon eine Gusspfanne mit 11 Tonnen flüssiger Bronze gefüllt wartete und weitere 6 Tonnen im Ofen geschmolzen wurden. Die Gießer hatten die Nacht durch gearbeitet, um alles vorzubereiten. Vor dem Guss wurde durch den Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Friedrich Kramer, ein Segen gesprochen, alle beteten das Vaterunser und dann bat der Gießermeister Peter Grassmayer um absolute Ruhe, damit die Gusskommandos von allen aktiv beteiligten auch verstanden würden. Die Gusspfanne wurde per Kran in Position gebracht, der Ofen angestochen und in zwei Strömen ergoss sich die 1.100 Grad Celsius heiße Bronze in die Form. Das Ganze dauerte nur etwa 8 Minuten, dann war die Form gefüllt. Es war Punkt 12 Uhr und die Glocken Innsbrucks läuteten zu Mittag, als wollten sie die neugeborene große Schwester begrüßen. Das war dann doch ein besonders emotionaler Moment. Mit einem gemeinsamen Lied und einem Dankgebet wurde der Guss abgeschlossen. Dann ging es zum Mittagessen in das Restaurant „Riese Haymon“. Danach konnte man sich bei einem „Guss-Schnapserl“ für alle im Museum schon über das Erlebte austauschen. Jetzt ruht die CREDAMUS in der Grube bis sie im kommenden Jahr „ausgepakt“ wird.

Martin Groß und Johannes Sattler vom Vereinsvorstand „begutachten“ in Innsbruck die Form der CREDAMUS (ein Reisebericht)

Martin Groß und Johannes Sattler vom Vereinsvorstand „begutachten“ in Innsbruck die Form der CREDAMUS (ein Reisebericht)

Nach einer fast 9-stündigen Fahrt durch Staus und Regen am Sonntag, dem 09.11.2025 erreichten wir am späten Abend die Tiroler Landeshauptstadt. Nach einigen Problemen beim Einchecken in unser Hotel (direkt beim „Goldenen Dachl“ in der Innsbrucker Altstadt), konnten wir noch die Hofburg und den Dom erkunden, bevor wir nach diesem anstrengen Tag ins Bett fielen. Am nächsten Morgen ging es gegen 9 Uhr in die Leopoldstraße zur Glockengießerei Grassmayr. Co-Firmenchef Johannes Grassmayr empfing uns sehr freundlich und zeigte uns Museum und Gießerei. Dort war der Glockenmantel der CREDAMUS aus der Grube gehoben worden und konnte von uns „inspiziert“ werden. Dazu mussten wir darunter kriechen, aber dann zeigte sich die ganze Pracht der Glockenzier im Negativ. Besonders beeindruckend für uns waren die Reliefs der neun, aus dem Magdeburger Stadtbild verschwundenen Kirchen, aber auch das über 9 Meter lange Reliefband am unteren Glockenrand oder die Darstellung des Jesus mit Brot und Kelch mit unzähligen „Jüngern“ hatten Gert Weber und die Bildhauerinnen der Glockengießerei in wunderbare Bilder „geformt“. Mitarbeiter der Firma waren noch dabei, die letzten Wachsreste aus den Vertiefungen der Zier mit Hilfe eines Gasbrenners auszubrennen, damit sie den Guss nicht stören. In der Gussgrube wurde derweil der von der „Falschen Glocke“ befreite Kern für die Aufnahme des Mantels vorbereitet. Herr Grassmayr lud uns zum Mittagessen ins Restaurant „Riese Haymon“ ein, das gleich gegenüber der Gießerei gelegen ist. Wir konnten für die Teilnehmer am Guss (28.11.2025) schon Plätze vorreservieren. Dann hieß es auch schon Abschied nehmen und die Rückfahrt bei schönstem Sonnenschein (und ohne Staus) anzutreten.