Am 05. Juni fand die bisher größte Domglockenaktion unseres Vereines statt.

Die seit vielen Jahren nicht mehr läutefähige reparaturbedürftige Sonntagsglocke „Dominica“ unseres Domes wurde vom Nordturm genommen, um sie per Tieflader in die Glockenschweißwerkstatt Lachenmeyer in Nördlingen zu transportieren. Dort wird die wertvolle mittelalterliche 2,6 Tonnen schwere Glocke repariert, indem an die Glocke zwei neue Kronenhenkel geschweißt werden, die abgeschlagen worden waren, der ausgeschlagene Schlagring der Glocke wird aufgearbeitet und ein neues Hängeeisen für den Klöppel wird montiert.

Dies ist die letzte Arbeit der Firma Lachenmeyer an einer Großglocke, da sie ihren Betrieb mangels eines Nachfolgers leider einstellen muss. Im Oktober wird die „Dominica“ in Magdeburg zurückerwartet. Sie wird dann vorerst im Nordseitenschiff des Domes ausgestellt. Dort wird die „Dominica“ so für alle Besucher des Domes direkt erlebbar sein und animiert hoffentlich für weitere Spenden und Stiftungen, um die Generalsanierung unseres Domgeläutes voran zu bringen. Sie kann erst wieder selbst erklingen, wenn der Nordturm eine neue Glockenstuhlebene erhalten hat. Diese soll über den beiden historischen Domglocken, Susanna (8,8 t) und Apostolica (5 t) eingebaut werden. Zusammen mit einer neuen g°-Glocke (5,8 t) wird die „Dominica“ dann einen klanglich optimalen Platz einnehmen, der ihrer Klangschönheit gerecht wird. Das war am bisherigen Läuteplatz nicht der Fall, weil dieser in einem dreiseitig geschlossen Raum (!) des Nordturmes lag, der sich auch noch eine Etage unter der eigentlichen Glockenkammer befindet.

Der Domglockenverein informierte während des Geschehens mit einem Extra-Info-Stand über das Projekt und warb neue Vereinsmitglieder. Groß war die Freude über das Interesse der Bevölkerung und das Medieninteresse. Hier finden Sie die Pressestimmen sowie die Filmaufnahmen zu dieser besonderen Aktion. Die Reparaturkosten von mehr als 20.000,- Euro hat unser Verein übernommen. Die Kulturstiftung des Landes Sachsen-Anhalt finanzierte die nötigen Bauarbeiten, um die „Dominica“ aus dem Turm nehmen zu können (Fensteröffnung) und die Transportkosten in etwa demselben finanziellen Umfang. In der nachfolgenden Galerie finden Sie eine zusammenfassende Fotodokumentation.