Domglockenverein Magdeburg
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Domglocken Magdeburg e.V.
Projekt-Schirmherr: Landtagspräsident a.D. Dieter Steinecke

Reparatur der Sonntagsglocke und Neuguss von 8 Glocken zur unabdingbaren Ergänzung der nur noch 4 Glocken der ältesten und bedeutendsten gotischen Kathedrale Deutschlands, Grablege Kaiser Otto des Großen und seiner ersten Gemahlin Königin Editha.
Das Gesamtprojekt

Die Sanierung des Domgeläuts zu Magdeburg

Das Domgeläut soll wegen seiner besonderen Bedeutung wieder mit 12 Glocken ausgestattet sein. Dazu müssen die nur noch 4 vorhandenen Glocken durch 8 neue Glocken ergänzt werden. Nur so erhält der Magdeburger Dom wieder ein vollwertiges Kathedralgeläut, wie es jede Kathedrale selbstverständlich besitzt, die der Bedeutung des Magdeburger Doms entspricht. Die nachstehende Übersicht zeigt den derzeitigen Bestand des Magdeburger Domgeläuts und die notwendigen Ergänzungen (Fettdruck):


Nr. Name Ist + Sol Gießer/Firma
geschätzte Kosten
ohne Glockenzier
Ton Gewicht
I noch offen *) neu geplant Glockengießerei Bachert,
Mannheim
327.000 €
14.000
II „Susanne“ (Osanna) 1702 Johannes Jacobi,
Berlin
e° +6 8.800
III noch offen *) neu geplant Glockengießerei Bachert,
Mannheim 125.000 €
5.800
IV „Apostolica“ 1690 Jacob Wenzel,
Magdeburg
b° +5 4.980
V „Dominica“ 1575 Eckehart Kucher,
Erfurt
h° +6 ~2.600
VI noch offen *) neu geplant noch offen 26.000 € d’ 1.720
VII noch offen *) neu geplant noh offen 13.000 € e’ 1.300
VIII noch offen *) neu geplant noch offen 9.100 € f# 910
IX noch offen *) neu geplant noch offen 8.300 € g’ 820
X noch offen *) neu geplant noch offen 5.600 € a’ 580
XI noch offen *) neu geplant noch offen 4.400 € h’ 440
XII „Orate“ 13. Jh. Unbekannt e´´+1 ~200

Das heutige unvollständige Domgeläut:
visualisiert von sußmann+ sußmann, architekten+ingenieure magdeburg; www.sussmann.biz



Das restaurierte Domgeläut der Zukunft:
visualisiert von sußmann+ sußmann, architekten+ingenieure magdeburg; www.sussmann.biz



Das Kostenvolumen für alle 8 neuen Glocken beläuft sich ohne die Kosten für Glockenzier, Glockenstuhlneubau und sonstige Turmumbaukosten lediglich auf 518.000 €. Das Gesamtprojekt wurde durch den Glockensachver-ständigen der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Christoph Schulz, in kollegialer Zusammenarbeit mit weiteren Fachkollegen erarbeitet. Für dieses liegt die uneingeschränkte Zustimmung der Ev. Domgemeinde, der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt (ehemals Stiftung Dome und Schlösser Sachsen-Anhalt) und des Landesamtes für Archäologie und Denkmalpflege Sachsen-Anhalt vor. Die baldige Projektrealisierung hängt neben den zu beschaffenden finanziellen Mittleln von der bautechnischen Beurteilung des Domwestwerkes ab, das erstmals nach ca. 300 Jahren Vakanz wieder in beiden Westtürmen Glocken tragen wird. Hierfür sind zwei schwingungsphysikalische Gutachten erstellt worden, in denen alle zu beachtenden Details für die Hängung der 2 neuen Großglocken, der alten zu reparierenden „Dominica“ und der 6 weiteren kleineren neuen Glocken bearbeitet wurden.


Der mögliche Projektablauf:

1. Abschnitt: Die wertvolle historische Sonntagsglocke, die „Dominica“ von 1575, muss wieder läutefähig gemacht werden. Dafür erbat bereits Domprediger a. D., Giselher Quast, bei seiner Verabschiedung um besondere Spenden. Die „Dominica“ ist an zwei Seiten ausgeschlagen und hat einen zu schweren Klöppel. Darüber hinaus fehlen zwei Kronen-Henkel in der Glockenkrone, die das gesamte Glockengewicht beim Läuten halten muss und im derzeitigen Zustand eben sehr geschwächt ist. Um die Reparaturen ausführen zu können, muss sie aus dem Nordturm herausgehoben werden und im Glockenschweißwerk Lachenmeyer in Nördlingen, der einzigen Werkstatt in Deutschland, die Glocken schweißen kann, überarbeitet werden. Ein neuer leichterer Klöppel muss auch noch neu geschmiedet werden.

2. Abschnitt: Unter den 8 neu zu gießenden Glocken sind 2 Großglocken mit 14.000 kg (Schlagton d°) bzw. 5.800 kg (Schlagton g°) Gewicht! Eine läutbare Glocke mit dem Schlagton d° gibt es in Deutschland nicht mehr. Durch den Zweiten Weltkrieg gingen die beiden ehemals in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, Berlin, und in St. Peter u. Paul, Görlitz, vorhandenen verloren. Ein Neuguss für Magdeburg würde eine wichtige Bereicherung der deutschen Glockenlandschaft darstellen auch wenn gerade für den Paderborner Dom in der Königlichen Glockengießerei Hollands eine Großglocke mit dem Schlagton e° gegossen wurde. Überlegungen bestehen, dass die für Magdeburg vorgesehene Großglocke mit dem tiefem Schlagton d° vielleicht als „Reformata“ oder auch „Maxima“ gegossen wird, die mit ihrer eindringlichen Stimme gegen politisch und religiös motivierte Gewalt mahnt, von der Magdeburg ja in so extremer Weise gleich zweimal bei den Totalzerstörungen 1631 und 1945 betroffen war. Hinzu kommen die Willkürakte bei der Zerstörung von 5 meist doppeltürmigen Innenstadt-kirchen Magdeburgs nach 1945. Dass Magdeburg während der Reformation als „Unseres lieben Herrgotts Kanzlei“ galt, wie es einst Wilhelm Raabe in seinem gleichnamigen Roman beschrieb, ist ebenfalls ein ausstrahlungsfähiges Alleinstellungsmerkmal für unsere Stadt. Das könnte auch die Bewerbung Magdeburgs als Europäische Kulturhauptstadt 2025 befördern. Diese besondere Glocke wäre nach dem c° des „Dicken Pitters“ (Petersglocke) des Kölner Doms (24.000 kg) und vor der neuen e° des Paderborner Doms die zweitgrößte Domglocke Deutschlands. Sie kostet nur etwa 327.000 €! Der Magdeburger Dom braucht sie.

3. Abschnitt: Einbau eines neuen 2-etagigen Glockenstuhls in das 3. Turmgeschoss des Südturms, auf die gleiche Höhe der Glockenkammer des Nordturms. Dieser soll dann die beiden geplanten neuen Großglocken (d° und g°) aufnehmen und wahrscheinlich die historische „Dominica“. Dies ist schwingungsphysikalisch aber noch abzuklären. Derzeit befindet sich die von den 4 historischen Glocken als am klangschönsten angesehene „Dominica“ noch im 2. Turmgeschoss des Nordturms, das nur 1 als Schallöffnung geeignetes Fenster nach Norden hin besitzt! Dessen Geschlossenheit, bei relativ geringer Standorthöhe verhindert eine optimale Klangabstrahlung der „Dominica“. Die Turmgeschosse der 3. Ebenen beider Türme haben dagegen jeweils 3 große Fenster, die bestens als Schallöffnungen nach Norden, Osten und Westen geeignet sind und die wohl auch schon in ihrer besonderen Größe als solche konzipiert wurden. Die Neupositionierung der „Dominica“ im Zuge der Gesamtsanierung des Domgeläuts ist also zwingend.

4. Abschnitt: Aufstockung des Glockenstuhles über den historischen Großglocken „Susanne“ und „Apostolica“ in des jetzigen Glockenkammer des Nordturms zur Aufnahme der weiteren neuen Glocken, deren Auswahl noch im Einzelnen zu bestimmen ist.